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Reifendruckkontrollsysteme: Wie wird die gesetzliche Pflicht zum strategischen Gewinn?

Reifendruckkontrollsysteme (TPMS) sind in der EU seit Juli 2024 gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt für neue Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen und betrifft Lkw, Busse, Wohnmobile und Anhänger. Wenn man es richtig anstellt, können Fuhrparkbetreiber aus dieser Pflicht einen großen strategischen Vorteil generieren. Hierfür ist entscheidend, das TPMS konsequent in die eigene Flotte und eine eventuell schon vorhandene Telematiklösung zu integrieren. Das wiederum erfordert eine sorgfältige Planung. Ein typischer Rollout verläuft in fünf Phasen zwischen Bestandsaufnahme und Monitoring.

Welcher Unternehmer-Typ sind Sie? 

Ausweichen oder mitgehen – es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Strategien, um als Unternehmer auf gesetzliche Vorgaben zu reagieren. Zum einen können die auferlegten Pflichten weitgehend umgangen und nur minimalistisch erfüllt werden. Zum anderen können die neuen Regelungen offensiv genutzt werden, um den Nutzen für das Unternehmen zu maximieren. Bei der Einführung des digitalen Tachografen im Jahr 2006 hatten einige Spediteure noch schnell Fahrzeuge mit dem alten Kontrollgerät gekauft. Andere hatten sich intensiv mit den digitalen Tachos beschäftigt und dessen Vorteile früh erkannt. Ähnlich verhält es sich mit den Reifendruckkontrollsystemen. Man kann es bei den serienmäßig verbauten Sensoren belassen, oder die Technik flächendeckend in ein Gesamtsystem integrieren. Auf diese Weise lassen sich Unfälle und Ausfälle vermeiden, Kraftstoff sparen und Wartungsintervalle optimieren. Ohne Zweifel ist es sinnvoll, sich für die zweite Variante zu entscheiden. 

TPMS: Warum ist nachrüsten sinnvoll? 

Die gesetzliche Pflicht zum Einbau von Reifendruckkontrollsystemen bezieht sich nur auf Neufahrzeuge, die seit Juli 2024 beschafft wurden. Es kann jedoch sinnvoll sein, auch ältere Fahrzeuge mit TPMS nachzurüsten – nur so lassen sich die positiven Effekte für Sicherheit und Wirtschaftlichkeit konsequent und umfassend nutzen.  

Wo müssen die Sensoren platziert werden? 

TPMS-Sensoren werden üblicherweise direkt am Reifenventil montiert (Ventilsensoren) oder im Reifeninneren angebracht (Direktsensoren am Felgenbett). Sie messen permanent den Reifendruck, die Reifentemperatur sowie die Bewegung und Drehung. Die Platzierung muss fahrzeugspezifisch abgestimmt sein – insbesondere bei Zwillingsbereifung oder Anhängern. Wichtig ist dabei die Schutzklasse (i.d.R. IP67/IP68) und die Betriebstemperaturspanne der Sensoren, die zwischen –40 °C und +125 °C liegen sollte. 

Wie werden die Daten übertragen? 

Die erfassten Sensordaten werden per Funk (meist 433 MHz oder 2,4 GHz) an ein zentrales Steuergerät übermittelt. Dieses verarbeitet die Informationen und gibt sie weiter an den Bordcomputer beziehungsweise das Fahrerdisplay, die verbauten Telematik-Module und/oder das Flottenmanagementsystem. 

Wie werden die Sensoren gewartet? 

TPMS-Sensoren sind wartungsarm, jedoch nicht wartungsfrei. Zu beachten sind die folgenden Spezifikationen und Hinweise: 

  • Batterielaufzeit: 5 bis 7 Jahre (abhängig vom Betriebsprofil) 
  • Sensorwechsel: beim Reifenwechsel möglich bzw. sinnvoll 
  • Kalibrierung: Bei Fahrzeug- oder Reifenkonfigurationen notwendig 
  • Wartungsintervalle: Einmal jährlich Sichtprüfung und Funktionscheck 
  • Softwareseitige Updates erfolgen über das zentrale Steuergerät oder per Remote-Update über das Telematiksystem. 

Wie führt man ein TPMS-System im eigenen Betrieb ein? 

Ein typischer Rollout für die Einführung eines TPMS verläuft in fünf Phasen: 

Phase 1: Analyse (1 bis 2 Wochen) 

  • Fahrzeugtypen, Reifenkonfigurationen, Einsatzprofile erfassen 
  • Zieldefinition: Nur Monitoring oder volle Telematik-Integration? 

Phase 2: Systemauswahl und Pilotierung (2 bis 4 Wochen) 

  • Auswahl geeigneter TPMS-Lösungen und Anbieter 
  • Testinstallation auf ausgewählten Fahrzeugen 

Phase 3: Rollout (4 bis 8 Wochen) 

  • Nachrüstung bzw. Inbetriebnahme durch geschultes Werkstattpersonal 
  • Fahrerunterweisung und Schulung des Fuhrparkleiters 

Phase 4: Integration und Feintuning (2 bis 3 Wochen) 

  • Anbindung an Telematik-Plattform, Dashboard-Einrichtung 
  • Definition von Alarmgrenzen, Reporting-Kennzahlen 

Phase 5: Betrieb und Monitoring (laufend) 

  • Laufende Auswertung 
  • Anpassung von Prozessen und Wartungsstrategien 

Wie lassen sich typische Fehler bei der Einführung vermeiden? 

Das erfolgreiche Implementieren eines TPMS-Systems ist ein technischer und organisatorischer Prozess, der ein systematisches Vorgehen voraussetzt. Hierfür gibt es ein paar konkrete Empfehlungen und Erfolgsfaktoren: 

  • Frühzeitiges Einbinden der IT und des Werkstattpersonals 
  • Pilotfahrzeuge aus unterschiedlichen Einsatzprofilen wählen 
  • Sensordaten regelmäßig validieren und dokumentieren 
  • TPMS in bestehende Nachhaltigkeits- und Wartungsstrategien einbetten 

Fazit: Wer ein paar Regeln beachtet und sich mit der Technologie auseinandersetzt, kann ohne Risiko die Vorteile eines integrierten TPMS im eigenen Unternehmen nutzen. An der Seite eines erfahrenen Telematik-Anbieters wie zum Beispiel AddSecure lässt sich das Potenzial der Reifendruckkontrollsysteme vollkommen ausschöpfen. Am Ende des Prozesses stehen eine Reihe von Vorteilen: 

  • Mehr Wirtschaftlichkeit 
  • Verringerte Unfallgefahr 
  • Minimierte Fahrzeugausfälle 
  • Optimierte Werkstattplanung 
  • Zufriedenere Kunden 
  • Eingesparte Kraftstoffkosten 
  • Reduzierte CO2-Emissionen 

Fragen Sie Ihren Ansprechpartner bei AddSecure nach Ihrer individuellen TPMS-Lösung!