TPMS-Systeme gibt es in zwei Ausprägungen – das direkte (dTPMS) und das indirekte TPMS (iTPMS). Beide Lösungen sind in der Praxis anzutreffen, wobei es große Unterschiede gibt. Das direkte TPMS ist die technisch aufwändigere Variante. Im Gegensatz zum indirekten TPMS kommen hier zusätzliche Sensoren zum Einsatz. In jedem Fall zeigen beide Systeme einen Druckverlust durch eine Warnmeldung oder ein Symbol (Reifen mit Ausrufezeichen) im Cockpit an.
Wie funktioniert das direkte TPMS (dTPMS)?
Bei einem direkten TPMS ist jeder Reifen mit einem Sensor im Ventil oder an der Felge ausgestattet. Diese Sensoren messen Reifendruck und Temperatur und senden die Daten per Funk an ein Steuergerät im Fahrzeug. Das System erkennt sofort, wenn der Druck unter eine festgelegte Schwelle fällt (zum Beispiel 20 Prozent unter dem empfohlenen Druck).
Direkte TPMS haben den Vorteil, dass die den Reifendruck sehr genau und in Echtzeit messen. Zudem erkennen dTPMS Druckverlust auch im Stand. ZU den Nachteilen gehören die Kosten für die Sensoren und deren Wartung. Die Batterie in den Sensoren muss nach einigen Jahren getauscht werden. Außerdem können die Sensoren beim Reifenwechsel beschädigt werden.
Wie funktioniert das indirekte TPMS (iTPMS)?
Beim indirekten TPMS gibt es keinen speziellen Drucksensor im Reifen. Stattdessenn werden die vorhandenen ABS-/ESP-Sensoren genutzt, um die Raddrehzahl zu überwachen. Bei Luftverlust wird der Reifen kleiner und rotiert schneller. Das iTPMS erkennt den Unterschied.
Indirekte TPMS haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zum dTPMS kostengünstiger sind. Schließlich werden keine zusätzlichen Sensoren benötigt. Auch die Wartungskosten entfallen.
Dafür arbeitet ein iTPMS nicht so genau und erkennt auch keinen gleichmäßigen Druckverlust auf allen vier Reifen. Zudem funktioniert es nur während der Fahrt.
Was versteht man unter einem integrierten TPMS?
Unabhängig von den Sensoren kann man Reifendruckkontrollsysteme auch in integrierte und nicht integrierte TPMS unterscheiden. Integrierte TPMS sind an ein Telematiksystem angebunden, so dass die Luftdruckwerte nicht nur im Fahrzeug, sondern auch bei der Fuhrparkleitung und Disposition angezeigt werden können.
Voraussetzung für ein integriertes TPMS ist die Anbindung einer Telematiklösung über das Controller Area Network (CAN) des Fahrzeugs. CAN ist ein standardisiertes Bussystem, das die Echtzeit-Kommunikation zwischen verschiedenen Fahrzeugkomponenten ermöglicht. Telematiklösungen wie zum Beispiel FleetVision von AddSecure nutzen die CAN-Bus-Integration für das Übertragen und Analysieren der Fahrzeugdaten, zu denen auch der Reifendruck zählt.
Fazit: Integrierte direkte TPMS sind die beste Lösung
Integrierte direkte TPMS schöpfen das volle Potenzial moderner Reifendruckkontrollsysteme aus. Integrierte TPMS liefern Entscheidern im Unternehmen wichtige Entscheidungsgrundlagen und bieten den größtmöglichen Nutzen. Sie ermöglichen die zentrale Überwachung aller Fahrzeuge in Echtzeit. Bei Druckverlust werden nicht nur die Fahrer, sondern auch die Disponenten oder die Fuhrparkleitung direkt gewarnt. Auf diese Weise werden Folgefehler wie Reifenplatzer oder Unfälle vermieden. Ebenfalls möglich sind automatisierte Wartungstickets zur Unterstützung der Werkstattplanung und historische Analysen über beliebige Zeiträume.